Die Menichal Servants haben eine neue CD veröffentlicht.
Oder irgendwie auch nicht, denn drei neue Songs und zusätzliche
zwei Versionen, fünf Titel also, können ausschließlich im Internet
herunter geladen werden. Mit Daniel Jahn, dem Chefdenker der Band,
unterhielten wir uns über die Gründe dafür, über weitere Pläne,
die Suche nach einem Label, über Elektropunk, Möchtegernalternativerotz,
Depeche Mode, kuschelige Möchtegern-Rock-Schrotttruppen und einen
Videodreh im Theater.
Warum
erscheint "Keep On Riding Blue / Satellite Man" lediglich als
Download-Single auf www.grenzwellen.com?
Wir sind leider nur eine kleine, arme Band, die sich ohne großes
Label im Rücken durch den harten Musikdschungel kämpfen muss.
CDs in Eigenregie pressen zu lassen, sie mühsam unter den Mailordern
zu verteilen und dann doch nichts zu verkaufen, weil einfach kein
Geld für anständige Promotion mehr übrig war, ist eine sehr kostspielige
und nervenaufreibende Sache, mit der wir uns bereits des öfteren
mehr oder weniger auf die Schnauze gelegt haben. In Zeiten von
DSL und MP3s kann man - gerade als junge Band - auch mal neue
Wege gehen: Der Maxi-CD-Markt ist sowieso tot und die Downloadsingle-Methode
ist sauber, billig und schnell. Außerdem ist Ecki ein Spitzentyp,
der fein die Werbetrommel für uns rührt. Tja, und wenn wir dann
nichts verkaufen tut's wenigstens niemanden weh und wir haben
keine 500 CD's im heimischen Kleiderschrank herumstehen.
Wird auch das kommende Album "Digital Monkeys Taking Over"
lediglich im Netz erhältlich sein? Und wann ist es fertig?
Bandintern ist der 1. Oktober Stichtag für die Fertigstellung
des Albums. Momentan sieht alles danach aus als könnten wir diesen
selbstgesetzten Termin sogar fristgerecht erfüllen. Danach geht
die große Suche los: Wir brauchen ein Label. Wenn man sich mal
anguckt, beziehungsweise anhört was momentan für ein Schrott auf
den Szenemarkt geworfen wird läuft einem ein kalter Schauer über
den Rücken. Das muss sich ändern, hier kommen wir. Naja, mal ganz
ehrlich: Wir haben seit Jahren geackert, viel Geld in das Projekt
investiert, viel dazu gelernt und wir sind auch hübsch langsam
gewachsen und gediehen. Inzwischen ernten wir sehr gute Kritiken,
haben nette Kontakte ohne Ende, vereinzelte Groupies und auch
die Verkäufe nehmen langsam zu. Wir sind reif für ein Label. Und
erst wenn sich das gefunden hat gibt's auch das Album. Selbstveröffentlichung
ist nicht mehr. Darunter leidet die Kunst, der Geldbeutel und
das Nervenkostüm. Also entweder eine Plattenfirma erbarmt sich
und bringt das Album auf den Markt oder das Schmuckstück versauert
in unserem Archiv.
"Liebe fetzt" hieß das Debütwerk, nun sind die drei neuen Titel
ausschließlich englisch. Was hat sich seit eurem ersten Album
geändert?
Da muss ich erst einmal etwas klugscheißen: "Liebe fetzt!" war
nicht wirklich unser Debütwerk, aber es war das erste auch im
nachhinein hörbare Lebenszeichen von uns. Inzwischen haben wir
hart gearbeitet, den Rat unserer Kritiker befolgt, einen roten
Faden gesucht, auch gefunden und uns Stück für Stück mit einigen
Freunden (Nik Page, Final Selection, Endanger, Kartagon, A Spell
Inside und Patrik Imhof) zusammen ein cooles Album zurechtgezimmert.
Übrigens: Die meisten Songs von uns sind nur deswegen in englischer
Sprache verfasst, weil deutsche Texte einfach zu schnell nach
Herbert Grönemeyer, Reinhard May oder Wolf Biermann klingen. Es
gibt nur wenige Bands die es beherrschen wirklich qualitativ und
sprachlich schöne deutsche Texte zu schreiben. Eines dieser Wunderkinder
ist zum Beispiel Kaaja Hoyda von Stendal Blast. Der gute Mann
ist Lyriker durch und durch. Trotz dieser Hürde ist das deutsche
Wort bei uns kein Tabu. Wie die Menichal Servants auf deutsch
klingen kann man auf unserem neuen Album hören. Da gibt es ein
Lied namens "Medusa" welches wir zusammen mit Nik Page aufgenommen
haben. Ein lehrreiches, über böse Frauen und arme dumme Männer.
Aufgepasst und hingehört!
Beschreib
mal die drei neuen Songs aus deiner Sicht. Ziemlich genialer Synthie-Pop
mit schönen Melodien würde mir einfallen.
Danke für das "genial". Alle schmieren uns das Wort Synthie-Pop
um die Ohren. Ich hätte gar nicht gedacht, dass es so nach Depeche
Mode, Wolfsheim und Co klingt. Aber kein Problem. Ich freue mich
darüber. Wir sind übrigens auch eine schubladenfreundliche Band,
die nicht zu arrogant ist und sich nur aus Prestige in keine Schublade
stecken läßt, weil wir ja ach so individuell sind. Alles Quatsch.
Wie sagte schon Goethes Faust: Nenn' es dann wie du willst, nenn's
Synthie-Pop! Elektropunk! Weiberelektro! Ich habe keinen Namen
dafür. Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch. Punkt!
Wenn jemand dieses Interview liest und Euch nicht kennt: Ihr
klingt - um Vergleich zu erlauben - am ehesten so ähnlich als…
...wenn Wolfsheim statt Heppner eine flotte Sängerin ihr eigenen
nennen würden, Depeche Mode mit einem Male schlechtere Songs hätten
und Yazoo noch immer vorne mit dabei wären.
…und musikalisch hört ihr derzeit besonders gerne…?
Also ich höre momentan das aktuelle Phillip Boa-Album "Decadence
& Isolation" rauf und runter. Ein grandioses Stück Musik von einem
noch viel grandioserem Antiguru. Mein absoluter Tipp: Schmeißt
die aktuelle Coldplay-Platte oder den ganzen anderen aktuellen
Möchtegernalternativerotz weg und holt Euch dieses schöne Album.
Torsten - unser Knöpfchendreher aus Berlin - ist schon ein paar
Tage älter und liebt daher vorrangig auch die Musik und Helden
aus jener Zeit, den glorreichen Anfangstagen der elektromusischen
Musikära. Katharina - unsere zauberhafte Sängerin vom Dienst -
ist eher eine Allround-Musikhörerin. Mit der "Szene" hat sie an
sich nicht viel zu tun. Wir haben sie mehr oder weniger in den
schwarzen Untergrund gezogen. Katharina hört gutgemachte Songs
aus jeder Sparte: Pop, Rock, Elektro, Gothic, Country. Hauptsache
melodiös und gut gemacht.
Die neue Depeche Mode-Single ist bald da. Was hältst Du von der
Entwicklung bei dM, wie findest du "Precious"?
Ja, die neue Single ist wirklich eine Perle. Allerdings flaut
meine Begeisterung für dM meist sehr schnell wieder ab, da um
die Jungs immer so ein Hype gemacht wird. Klar: Sie verdienen
Ruhm, Rampenlicht und Radioeinsatz, ABER: Eine Single in 100 Versionen
mit 100 abstrakten Remixen darauf zu veröffentlichen halte ich
für unsinnig. Man weiß gar nicht was man kaufen soll. Und dann
noch die riesige Eventim-Abzocke bei den Konzertkarten. Nein danke,
da macht mir dM auch keinen Spaß mehr. Da gehe ich lieber zu einem
Independent-Konzert und bekomme 2 Stunden gute Musik für weitaus
weniger Geld und Aufwand. Die musikalische Entwicklung der Jungs
finde ich konsequent. Alles kam und kommt zum rechten Zeitpunkt
und sie treffen mit ihren Songs immer noch den Nerv der Zeit.
Leider erwarten viele ja immer unheimlich große Wunder und geben
sich nicht mit guten Songs zufrieden. Das ist schade. Ich verstehe
auch nicht warum so viele Leute "Exciter" madig machen. Ich finde
dass Album ist toll und von der musiktechnischen Umsetzung genau
richtig. Was erwarten die Leute? "Violator" Part 2?
Und
was sagst du zum Stilwandel von Apoptygma Berzerk? Würdest du
auch die Gitarren auspacken für den Chart-Entry?
Dass der Herr Groth mit Gitarren zu Werke geht ist nicht weiter
verwerflich. Seine Songs sind ja schließlich noch die selben und
die Umsetzung ist differenziert. Bei Moby hat dieser Stilwandel
auch gut geklappt. Ich finde, dass man da nicht so engstirnig
sein sollte und einer Elektroband ein Gitarrentabu auferlegen
sollte. Was mich an der Sache ekelt ist die Vermarktung des Ganzen.
Wie kann man sich so prostituieren? Eine Band mit einem gefestigtem
Image und einer treuen Fanschar geht den Weg vom Independentstatus
zur Klingeltonband und das für ein paar lumpige Alternativekiddies.
Ich glaube Herr Groth weiß nicht, was er sich mit so einer Misswirtschaft
verspielt. Der (kommerzielle) Erfolg sei ihm gegönnt nur die Vermarktung
an sich ist grausam. Wenn man im Hause APOP so weitermacht landet
man bei der nächsten Modekonjunktur zusammen mit Tokio Hotel,
Nu Pagadi und den anderen kuscheligen Möchtegern-Rock-Schrotttruppen
auf dem Abstellplatz für verkommene Bands. Schade eigentlich.
Auch bei Depeche Mode steht das Songwriting im Vordergrund.
"Technology second" lautet Euer Motto. Was macht einen richtig
guten Elektropop-Song aus?
Die Frage sollte lauten: Was machen gute Lieder aus?! Und die
Antwort ist: Gutes Songwriting. Die instrumentelle Umsetzung spielt
meiner Meinung nach nur eine sekundäre Rolle, da sie nur Sparten
bedient aber nicht das Talent einer Band ausmacht. Gute Songs
sind die oberste Priorität! Was für Massen an Elektrobands gibt
es, die nur an ihren Synthesizern und Effektgeräten hin und her
schrauben und dabei nicht einen guten Song zustande bekommen.
Für mich sind in erster Linie die Songs an sich wichtig. Danach
kommt dann die Umsetzung und da bin ich auch nicht totaler Elektrofetischist.
Klar ist Elektromusik meine Passion, aber letztendlich ist sie
nur Mittel zum Zweck da man am heimischen mit Plugins gefütterten
PC schneller und unabhängiger arbeiten kann als im Proberaum mit
einer riesige Band. Trotzdem darf die Technik nie die künstlerische
Arbeit an sich beeinflussen. Die Einstürzenden Neubauten waren
auch immer schon gute Songschreiber beziehungsweise ihnen gelang
es gut Intensität festzuhalten. Trotz den extremen Anfangstagen
haben sie es geschafft sich durchzubeißen, weil sie wirklich eine
künstlerische Intention besitzen. Viele Stampfelektrokapellen
die nur mit Drums umherbrettern und aggressives Prollgegrunze
durch den Verzerrer jagen haben so ein Talent nicht.
Ihr geltet generell als "Internet-Band", habt euch angeblich noch
nie gesehen…
Ja, wir sind eine Internetz-Kapelle. Und was für eine. Den Bann
der persönlichen Unbekanntheit haben wir inzwischen gebrochen.
Zumindest Torsten und ich. Wir haben sogar schon zusammen mit
Nik Page im Berliner Claudiusstudio einen Song zusammengeschmiedet.
Wir empfinden diese Internetgeschichte als gar nicht so etwas
Besonderes, da das Ganze inzwischen wirklich einen richtigen Bandcharakter
hat und der Onlineaustausch mit Torsten und Katharina inzwischen
schon zu meinem Alltag gehört. Außenstehende finden dieses Internetz-Phänomen
aber immer wieder spannend. Nik Page meinte sogar, dass wir uns
doch in Global Servants umbenennen sollten.
Spätestens
beim Dreh des Videos müsst ihr Euch ja getroffen haben… Wie kommt
man dazu, im Wismarer Theater "Satellite Man" optisch umzusetzen?
Irrtum mein Lieber. Wir wollten keinen typischen Performanceclip
drehen in dem wir uns mit Mikro und Keyboard in eine Industriehalle
stellen und 3 Minuten lang vor der Kamera unglaubliche Posen vorführen.
Wir haben uns daher entschlossen, eine Art Kurzfilm zu drehen,
der die Musik visuell unterstützt. Torsten und Katharina waren
beim Dreh gar nicht dabei. Die Idee mit dem Theater kam beim entwickeln
des Filmkonzepts. In dem Lied sowie auch in dem Clip geht es ja
um Dominanz und Ohnmacht, Sehnsucht und Scheitern. Alles Dinge
die auch im Theater zuhause sind. Da ich einen guten Draht zum
hiesigen Theater habe bot es sich an, all' diese Eigenschaften
in die Metapher "Theater" zu legen und das Geschehen dort umzusetzen.
Das Theater hier sieht noch original aus wie zur sozialistischen
Hochzeit. Das gibt dem Clip noch einen besonderen Flair und ist
ein schöner Kontrast zu den schillernden Gestalten im Clip. Wenn
alles klappt wird der Clip übrigens als Bonus auf dem Album sein.
Vorher gibt's ihn aber auch noch mal in abgeschwächter Qualität
auf unserer Homepage zu sehen.
Wie habt ihr euch kennengelernt?
Die Menichal Servants waren ja mal ursprünglich mein alleiniges
Projekt. Aber irgendwann funktionierte das alleine nicht mehr,
da ich weder ein besonders guter Sänger bin, noch genügend Technik
habe für eine professionelle Endproduktion. So habe ich mich auf
die Suche gemacht nach Supportern. Ich habe mir dann bei mehreren
MP3-Portalen junge Musiker angehört und mir eine Liste gemacht
mit Leuten, mit denen ich mir vorstellen konnte zusammenzuarbeiten.
Die schrieb ich dann an. So kam ich auch zu Torsten und Katharina.
Torsten remixte zunächst nur 2 Lieder von mir und Katharina -
die übrigens erst 2 Jahre nach Torsten zu uns stieß - sang einen
Song ein. Da dies aber gut klappte, wir auch persönlich gut miteinander
klarkamen und eine gute Basis und jede Menge Motivation für eine
Zusammenarbeit hatten, haben wir uns zusammengerauft und sind
bis heute ein Team und aus der einst so anonymen Internetband
sind inzwischen gute Freunde geworden. Dieses harmonische Zusammenwachsen
ist auch an dem inzwischen sehr einheitlichen und warmen Klangbild
zu hören.
Die Menichal Servants - bist das eigentlich nur du - mit notwendiger
Unterstützung von Sängerin Katharina und Knöpfchendreher Torsten?
Wie eben schon beschrieben war das sicherlich mal so, dass die
beiden mehr oder weniger Auftragsmusiker waren. Allerdings durften
die Beiden schon immer ihre Kreativität an meinen Liedern auslassen,
nur eben nicht so ausgiebig wie heute. Inzwischen sind wir eine
richtige Band. Jeder trägt etwas bei, jeder bringt Output ein
und jeder entscheidet mit. Ganz grunddemokratisch. Zwar schreibe
ich meistens noch Musik und Text, aber es gibt auch Ausnahmen
und ich denke mit der Zeit wird die "Aufgabenteilung" noch mehr
miteinander verschmelzen. Wir sind inzwischen recht eingespielt,
vertrauen auf das Gespür des Anderen und wissen, was wir voneinander
erwarten können. Das heißt, dass jeder in seinem Aufgabenbereich
fast völlig freie Hand hat: Torsten redet niemand beim Mischen
und Produzieren rein, Katharina redet niemand beim Singen und
mir redet niemand beim Schreiben rein. Trotzdem tauschen wir uns
intensiv aus und gehen individuell aufeinander ein. Klingt wie
aus einem kitschigen Buch, was?!
Wenn
bei einem von "nur" drei neuen Titeln mit Riccardo Schult von
"Final Selection" ein Mann singt, dann ist doch die Hauptsängerin
der Band bestimmt nicht unbedingt voll zufrieden, oder?
Da gab es noch keine Beschwerden, denn wir arbeiten seit jeher
mit Gastmusikern zusammen. Wie ich bereits erwähnt habe sind auch
auf dem neuen Album wieder etliche Gäste dabei. Früher haben wir
den Fehler gemacht die Gäste das ganze Lied alleine singen zulassen
beziehungsweise Gäste aus Gründen des Namedroppings heranzuziehen.
Inzwischen ist das nicht mehr so. Wir haben es geschafft auch
trotz vieler Gäste eigenständig zu klingen und einen roten Faden
zu bewahren. Geordnetes Chaos sozusagen. Massive Attack zum Beispiel
arbeiten auch so, dass sie viel mit Gaststimmen arbeiten. Das
finde ich cool. Warum sollte man so ein Projekt nur auf eine Stimme
begrenzen. Neue Facetten können interessant sein, solange sie
das eigentliche Wesen der Band nicht völlig abstrahieren. Wenn
Global Servants, dann richtig.
Soll die Musik bei dir irgendwann mal den Job ersetzen?
Davon träumt wohl jeder Musiker. Rumhängen und Songs schreiben.
Aber ganz ehrlich: Ich bin irgendwo doch ein Spießer, der froh
ist, wenn er als Ausgleich zum wilden Musikerleben einen geregelten
Alltag hat. Ich glaube, wenn ich außer musizieren nicht anderes
zu tun hätte, würde ich schnell stagnieren und gar nichts mehr
hinbekommen. Außerdem würde beim Musikmachen dann immer die Frage
aufkommen, ob sich der ganze Spaß auch gut genug verkauft um davon
über die Runden zu kommen. Ich glaube, dass man da ganz schnell
zur Hartz IV-Band werden kann und davor habe ich Angst. Also bleibt
erst einmal alles beim alten. Wenn die erste Million ins Haus
flattert überdenke ich das Ganze noch mal, ha!
Was hält dich persönlich in Wismar, wenn deine beiden Bandmitstreiter
Katharina und Torsten doch aus Berlin und Dresden kommen?
Man kennt das doch: Das geregelte Leben, die Familie und die Gewohnheit.
Aber bald breche ich meine Zelte hier ab und starte durch nach
Berlin.
Was hast du eigentlich gegen Kampftrinken auf Mallorca und gegen
Moby? An sich müssten doch die Menichal Servants viel mehr auf
die Casting-Bands der heutigen Zeit schimpfen…
Tun wir auch. Wir schimpfen auf alles und jeden. Merkst du doch.
Nein, im ernst: Moby ist cool. Gegen den haben wir gar nichts.
Mallorca ist auch cool, da es unfreiwillig komisch ist, wie sich
die Volltrottel da für teures Geld die Kante geben. Wir wollten
eben nur mit tollen Werbesprüchen den Presseleuten wässrige Münder
machen. Wer uns also auch beim Komasaufen genießen möchte kann
das gerne tun. Aber wir sind wohl mehr eine Rotwein- als eine
Sangriaband.
Was erwartet ihr euch von der Download-Single? Dass ein Label
anklopft und euch einen Plattenvertrag anbietet?
Wir erwarten ein paar nette Worte von Presse und Publikum. Viel
mehr kann man auch nicht erwarten, glaube ich. Wir sind gerade
an einer Stufe des Erfolges angekommen, an der einen noch jeder
nette Gästebuchkommentar und jede kleine gute Kritik glücklich
macht. Dass ein Label klopft ist wohl in der heutigen Zeit eher
unwahrscheinlich. Ich bin da ja Pessimist. Wahrscheinlich müssen
wir den Plattenfirmen erst die Tür eintreten bis die uns nehmen.
"The next big Thing" wollt ihr also nicht sein….?
Nein, es wäre vermessen das für sich zu beanspruchen und so etwas
auf seinen Promowaschzettel zu schreiben. Das machen schon genug
andere Bands. Wir behaupten nicht die Innovation des 21. Jahrhunderts
zu sein. Wir gehen nicht bahnbrechend neue Wege. Wir versuchen
einfach unsere Sache gut zu machen und schöne Songs zu schreiben.
Wer weiß: Vielleicht gefällt es ja einpaar Leuten. Ich bin selbst
Musikhörer und weiß: Große Sprüche ziehen nicht, besonders nicht
wenn dahinter nur heiße aufgeblähte Luft steckt. In diesem Sinne:
Mut zur Bescheidenheit, wir sind auf der guten Seite!
Interview: Michael Horling & Menichal Servant [Daniel Jahn]
September 2005
Menichal Servants:
Daniel
Torsten
Katharina
Internet: www.menichal-servants.de