Anna Ternheim - Somebody Outside    

Anna Ternheim gehört zu jenen Künstlerinnen, der man ab dem ersten Ton völlig erlegen ist. Sinnlos wäre da der Versuch sich dem zu entziehen, so wohltuend und unbeschwert kommt die Musik auf ihrem Debut daher. Wenn man im zweiten Schritt einen Blick in das Booklet, mit seinen in gänzlich grau gehaltenen Momentaufnahmen, wirft, die einerseits die schwedische Sängerin in einer zum Studio umgebauten Sägemühle bei der Aufnahme festhalten, andererseits das Leben in den nordischen Himmelssphären aufzeigen, wo Kühe einfach nur glücklich auf dem Grase weiden und Fischer mit der rauen See und dem kühlen Wind zu kämpfen haben, will man sich gänzlich in der Musik verlieren, die so plötzlich aufzutauchen scheint, dass man am liebsten allen nahstehenden Menschen ein Stück davon mitgeben möchte, weil man diese Musik in seinen Leben einfach nicht mehr missen möchte. Im dritten Schritt wird man dann mit Erschrecken feststellen müssen, dass man über das Debut "Somebody Outside" in Schweden, wo das Album zuerst veröffentlicht wurde, schon gut zwei Jahre spricht, und auch der Rest der Welt gerade dabei ist, die schwedische Künstlerin ins Herz zu schließen.

"Somebody Outside" stand dabei schon zehn Jahre als Titel für ihr erstes Album fest, als die damals 17-Jährige den Text zum gleichnamigen Song verfasste und erste Skizzen auf musikalischer Ebene gezogen wurden. Einige Jahre später, um genau zu sein 2003, zog es sie ins Studio um die Songs für ihr erstes Album einzuspielen. Zum Opener "To Be Gone" drehte man ein Video was an diverse Plattenfirmen verschickt wurde. Schon im März des darauffolgenden Jahres nahm sich dieser dann Stockholm Records an, um ihr erstes Album zu veröffentlichen. Dies sollte noch im gleichen Jahr, nach einigen musikalischen Verfeinerungen der Songs geschehen, was ihr einen ungeheuren Erflog in ihrem Heimatland einbringen sollte. Nicht nur dass das Album mit guten Verkaufszahlen versehen wurde und die Konzerte allesamt binnen kürzester Zeit ausverkauft waren, stellte die Krönung für Anna Ternheim sicher die Auszeichnung mit dem schwedischen Grammy dar.

Zu aller erst, wenn man das Album von ihr in den Händen hält, stellt man sich natürlich die Frage, wie groß das Stückchen Kuchen Mainstream wohl sein mag, was sich die Sängerin auf den Teller gelegt zu haben scheint, wenn man rückblickend ihre Erfolge noch einmal Revue passieren lässt. Mitunter passieren aber auch Wunder im großen weiten Pophimmel, der es keiner weiteren Erklärung bedarf, schon recht nicht wenn man die ersten Töne auf dem Album vernimmt. Da steht zum Beispiel, das schon angesprochene, "To Be Gone" an aller erster Stelle, was mit dumpfem Paukenschlag beginnend, in ein karges Akustik Gerüst getaucht wird und vom klaren Gesang Annas Befreiung findet und im Refrain zu einer wahren Pop-Perle auffährt, dass man wohl mit diesem Genre nie wieder mit irgendwelche negativen Assoziationen verbinden möchte.

Dabei ist das Rezept, mit den die ganzen Songs versehen wurde, wohl das Einfachste der Welt. Mit ihrer fünfköpfigen Band und diversen Gastmusikern entstehen himmlisch akustische Geflechte, die sich eher zurückhaltend und sparsam arrangiert in die Gehörgänge schleichen. Von Gitarre und Backingvocals begleitet besingt sie beispielsweise in "I'll follow you tonight" zwischenmenschliche Begebenheiten, die wie in fast allen ihrer Songs Ängste und Sehnsüchte aufgreifen. Und mit allen Hilfsmitteln die ihr zur Verfügung stehen versucht sie nicht krampfhaft verschiedenste musikalische Bereiche aufzugreifen, sondern setzt eher dezent Akzente die von Folk über Pop, bis hin zu leicht jazzigen Gefilden wunderbar den Bogen über ein sonst sehr homogenklingendes Album spannen.

Und wie bei fast allen Singer/Songwriter Alben ist dann leider nach schon knapp 40 Minuten Spielzeit Schluss. Doch nicht bei jedem Künstler wünscht man sich ein Fortsetzung des eben gehörten, wie es bei Anna Ternheim der Fall ist. Und da das Album mittlerweile schon 2 Jahre alt ist, stehen die Chance dahingehend, recht schnell zum Zuge zu kommen, nicht schlecht.



Tracklisting:

01. To Be Gone
02. Better Be
03. I'll Follow You Tonight
04. Bring Down Like I
05. I Say No
06. A French Love
07. A Voice To Calm You Down
08. Somebody's Outside
09. My Secret
10. Shoreline

Interpret: Anna Ternheim
Titel: Somebody Outside
Format: CD
Veröffentlichung: 03.02.2006
Labe / Vertrieb: Stockholm Records / Universal
Internet: www.annaternheim.com