Wie zwei schützende Hände legt sich der erste Schnee über Skandinaviens Landschaft,
schließt dabei Pflanzen unter sich ein und hüllt Bäume in ihr erstes weißes
Gewand. Und dabei bedarf es an einiger Naivität, nicht zu glauben, dass sich
diesem zerbrechlichen Winterszenario die nächste Laune der Natur nicht entgegensetzt.
Jedoch verhält es sich so mit eisigen Wintermärchen, geboren aus der Phantasie,
schmelzen sie schneller dahin als man glaubt. Dabei trägt "Savannah Songs" eine
Wahrheit in sich und zeigt als Entstehungsort für dieses musikalische Kleinod
auf das skandinavische Land Schweden. Und John Alexander Ericson beweißt wieder
einmal mehr, dass ganz und gar nicht viel dazu gehört, sich seinen Träumen hinzugeben,
um sich nur für einen winzigen Moment fallen zu lassen. Seien es auch nur 38
Minuten, zwischen tiefgehender Melancholie, schwebenden Klanglandschaften und
zerbrechlicher Intimität.
Schon zu Zeiten seiner Bandaktivitäten bei The Northern Territories glänzten
die Alben voller klanglicher Transparenz, aus Nuancen von elektronischen und
akustischen Mitteln. So erzählt auch das neue Solowerk seine Geschichte, welche
von sparsam und dezent eingesetzten Instrumenten begleitet wird und gerade dadurch
eine unglaublich warme intensive Atmosphäre erzeugt.
Seit dem Split der The Northern Territories führt John Alexander Ericson diese
Tradition fort, wenn auch die Elektronik reduzierter denn je gewählt erscheint.
Nein, man kann sogar davon sprechen, dass sie schon zu Zeiten der Bandexistenz
immer mehr an Bedeutung verlor und in den Hintergrund geriet. Dies wird auch
bei den bisher zwei Soloalben Ericson's spürbar. Waren Songs wie "Highway Winterstar"
vom Vorgänger noch mit Synthieflächen behaftet, kommt "Savannah Songs" fast
gänzlich ohne diese elektronischen Hilfsmittel aus und besinnt sich nur auf
das nötigste. Das Erinnerungen an andere Werke, ganz im Stile der Singer/Songwriter
Tradition aufkommen ist hierbei sicher nicht von der Hand zu weißen.
Neun neue Songs die ganz im Zeichen dessen stehen. Wenn dabei jeder einzelne
Hammer beim Klavier die Seiten in Bewegung bringt, sanft von der Gitarre begleitet
wird und Lisa Veit's Stimme im Hintergrund ertönt, erscheint es völlig egal,
ob ein Stück wie "Communication Song" zehn Minuten über einen hereinbricht oder
"Dreamstates" gerade mal mit einem Fünftel dessen Zeitvolumens auskommt. Viel
zu tief kann man sich in den Songs fallen lassen, so dass es einem schwer fällt
die Zeit als feste Größe zu sehen.
Und dabei ist das neue Album des Wahl-Berliners in wesentlich kürzerer Zeit
entstanden als das Werk zuvor, lässt dabei aber keinen einzigen Qualitätsverlust
erkennen. Vertrauten Hörern und Liebhaber der Northern Territories sei zum Schluss
noch gesagt, dass sich für das Mixing der Songs kein geringerer als Stefan Sääf
verantwortlich zeigt. Ja, so kommen sie alle wieder zusammen...
Musik zwischen puren Minimalismus und hypnotischer Verträumtheit!
Tracklisting:
01. River Moon
02. Moonlight Ride (Carolina Song)
03. Communication Song
04. Dive Into The Unknown
05. When You Close Your Eyes
06. Melodica Song
07. Songs For Qieut Souls
08. Winterland
09. Dreamstates
Interpret: John Alexander Ericson
Titel: Savannah Songs
Format: CD
Veröffentlichung: 24.01.2005
Label / Vertrieb: Warsaw Recordings
Internet: www.alexanderericson.com