
Zweifelsfrei kann es oftmals sehr ungesund werden, wenn man von einer
Band die Veröffentlichungen nur so hinterher geschossen bekommt. Die andere Seite
ist es wiederum, dass es einen oftmals ziemlich in den Finger juckt endlich neues
Material seiner Lieblinge in den Händen zu halten, da man, wie im Falle von Statemachine,
nur alle Jubeljahre mal ein neues Album zu hören bekommt - welches sich dann aber
meist als wesentlich fruchtbarer entpuppt als ein übereiliger Schnellschuss.

Die
schwedische Band Statemachine bestreitet ihren Weg seit Anfang der 90er Jahre
und im Gegensatz zu vielen anderen Bands war es ein kurzer Weg des musikalischen
Suchens und Findens. Gleich am Anfang setzte man auf Individualität und Unaustauschbarkeit,
so dass eine gemeinsame musikalische Richtung rasch gefunden war. Die Schulfreunde
Rickard Gunnarsson und Marten Kellerman, und der jüngst hinzu gestoßene Jörgen
Josefsson fanden in ihrer Heimat schnell Anklang und erspielten sich in Kürze
einen großen Beliebtheitsgrad, was man 1997 mit dem Gewinn des 3. Platz der
schwedischen Electronic Music Awards zu würdigen wusste. Hierzulande gelten
sie bisher leider immer noch als Geheimtipp, aber irgendwie muss mit diesem
Unterfangen ja jede gute Band kämpfen.
Musikalisch könnte man Statemachine am leichtesten unter den Überbegriff Synthie-Pop
einordnen - sollte jedoch vorsichtig damit sein, denn in einigen Songs entfernt
man sich weit davon. Im Gegensatz zu ihren Erstlingswerk "Avalanche Breakdown"
oder auch die spätere Remix Version "Breakdown" schreitet man ein Spur progressiver
voran. Einen Schritt den ich persönlich für sehr gut befinde! Als erster Track
steht "Less Than Perfect", der gleich zu Anbeginn einem um die Ohren
fegt, jedoch nicht repräsentativ für das Album steht. "Short & Explosive"
wirkt in seiner Gesamtheit eher ruhig und ausgeglichen. Ruhiger als das Vorgängerwerk.
Die Geschwindigkeit stellt sich aber nicht zum Nachteil der Band heraus. Statemachine
wissen es schöne Arrangements zu kreieren und auch akustische Intstrumente,
wie Gitarre und Streicher in ihre Musik einfliesen zu lassen und das Ganze dadurch
sehr lebendig und vorallem reifer klingen zu lassen. Das Album ist eine Reise
durch schroffe und rau klingende Soundwände, welche dem Album einen etwas
dreckigen Charakter verleihen. So geht man auch den Risiko gekonnt aus dem Weg
eine aalglatte Popproduktion abzuliefern, wie es schon tausendfach vorgemacht
wurde! Auch wenn "Short & Explosive" schnellere Song vorzuweißen
hat, bilden für mich eher die ruhigeren Songs, wie das vom Gesang her sehr
leidig klingende "Stranger Still", die Höhepunkte dieser CD.
Mit "Paint It Black" findet sich auch eine überaus gelungene
Coverversion des Rolling Stones Klassikers. Wer sich also gerne mal wieder abseits
des unlängst ersetzbaren Future Pop Massenware bewegen möchte, der sollte mit
diesem Album gut bedient sein.
Einziges Manko stellt jedoch dar, dass man sehr viele Tracks auf dem Album zusammengetragen
hat, welche schon auf vorhergehenden Singles & EP's zu finden waren. Aber wer
mit Statemachine sowieso Neuland betritt dürfte seine helle Freude haben und
die anderen werden mit den übrigen Songs auch nicht enttäuscht werden!
Der limitierten Erstauflage liegt eine Bonus CD bei, welche weiteres Ohrfutter
bereithält! In diesem Falles heißt es aber Beeilung beim Kauf...

Tracklisting:
01. Less Than Perfect
02. I Don't Deserve The Pleasure
03. The Last Legal Track
04. Stranger Still
05. I'm Love
06. Emo
07. When To fold
08. Paint It Black
09. Now, Now You Don't
10. Battered And Bruised
Limitierte Bonus CD:
01. The Last Legal Drug (Whatevermix)
02. I'm love (Club Mix)
03. Eptitah
04. Thinking Out Loud
05. Less Than Perfect
06. Heal
07. I'm Love (Tillander Remix)
Interpret: Statemachine
Titel: Short & Explosive
Format: CD (+Bonus CD)
Veröffentlichung: 07.07.2003
Label / Vertrieb: TCM
Internet: www.statemachine.com